Presse & Kritiken     "TIGRIB"
 

Ahoi Thorsten Klentze Quartett.

Süßherbe Delikatesse. Drei Jahre musste Thorsten Klentze warten, ehe eine Plattenfirma diese Aufnahmen veröffentlichte. Doch der Münchner Gitarrist nahm es gelassen, denn er wusste, dass ihm ein Meisterwerk geglückt war - eine kammermusikalische Delikatesse. Auch in seiner Phrasierung beweist Klentze ein relaxtes Timing: Unverkrampft, melodisch, entspannt hängt er seine Linien in den Raum. Gitarren-Ästheten wie Jim Hall und Philip Catherine gehören nicht umsonst zu seinen größten Einflüssen, und beiden hat er auf dieser CD ein Stück gewidmet. Mit Catherine arbeitet seit langem auch Saxophon-Veteran Charlie Mariano, der hier den emotionalen Eisbrecher abgibt: Die strengen, stillen Themen auf >Tigrib< sind wie geschaffen für Marianos zerbrechlich-vitale Fahrt. Ob das Saxophon nun natürlich kreischt oder einfach nur einer Melodie seinen humanen Atem leiht, immer ist der Bläser mit ganzer Seele präsent. Zusammen mit Cello und Hand-Perkussion entsteht da ein exquisites Klangbild, sparsam und doch charmant. Wir lernen aus dieser wunderbaren Musik: Klare Ideen und tiefe Gefühle schließen einander nicht aus.
Hans-Jürgen Schaal.

Durchaus erwähnenswert: ein booklet voller Noten, mit einigen wenigen Fotos der Beteiligten, aber kaum Buchstaben. Thorsten Klentze, Gitarrist aus Gilching bei München, könnte es sich bestimmt leichter machen. Etwa ein richtiges Begleitheftchen mit bestellten Lobhudeleien für eine Platte mit flockigen Standards zu stricken, fein daherswingend, auf der sicheren Seite der vertrauten Besetzungsvarianten. Möglicherweise käme der außergewöhnlich begabte Musiker mit einem Faible für Philip Catherine und Jim Hall damit sogar ganz gut über die Runden. Doch Klampfen allein, nur um der vertrauten Gitarrenklischees willen, ist Klentzes Sache nicht. Er liebt den Gegenwind, marschiert mitten hinein, anstatt sich vom Mainstream widerstandslos forttreiben zu lassen, selbst wenn er geschlagene drei Jahre warten mußte, bis einer Plattenfirma endlich >Tigrib<, sein persönlicher Befreiungsschlag aus der drangvollen Enge der Konventionen auffiel. Kaum verwunderlich: Ins marktschreierische Gegenwarts-Business passt der kluge Bayer mit seinem dezent und leise, aber bestimmt vorangetriebenen Nonkonformismus sowieso nicht. Einer wie er wittert gerade im Minimalismus die Chance, auf sich aufmerksam zu machen. Dort, wo andere kläglich scheitern, Instrument um Instrument draufpacken, nur um die eigene Unzulänglichkeit notdürftig zu kaschieren, dort kreiert Thorsten Klentze mit wenigen Mitteln ein völlig anderes, unspektakuläres, charmant-bewegendes Klangbild. Seine zehn formstrengen Kompositionen verfügen allein deshalb über eine solch tiefgehende Wärme, weil sich Marika Falks handgeschlagene Percussion-Tupfer, Jost Heckers bindend nuancierendes Cello, Klentzes entspannt-melodische Phrasierung und Charlie Marianos fragile Sax-Linien, seit Jahren blies er kaum farbiger, emotionaler, eindringlicher, gegenseitig anziehen, nähren und verschlingen, ohne dabei gleich ihre ganze Individualität über Bord zu werfen. Welch simple, aber brillante konzeptionelle Logik, mit der Klentze hier geschickt den ranzigen Kammerjazz-Topf, den säuerlichen Esoterik-Napf oder den abgestandenen Worldmusik-Brunnen umkurvt und in seinen eigenen ästhetischen Ozean eintaucht! Da belebt eine lange gereifte Idee jedes abgestorbenen Gefühl im Handumdrehen >Tigrib< ist eine Platte, die Menschen heute einfach zur Findung ihrer inneren Mitte brauchen. Wer nicht will, muß nicht, versäumt aber etwas ganz Besonderes.
Reinhard Köchl

Der Gilchinger Gitarrist Thorsten Klentze konzentriet sich mit >Tigrib< ebenfalls auf introvertierte, balladeske, selbstkomponierte Klänge. Marika Falks reduzierte Perkussionskommentare, Charlie Marianos lyrisch behutsame Saxophone und Jost Heckers aufmerksam zurückhaltende Cello-Ornamen-tierungen schaffen ein akustisches Patchwork, in das Klentze seine mal klassischen, mal verhalten modern inspirierten Klangintarsien einfügen kann.

Neben dem konstanten Wechsel in der Struktur der Formationen gehört zu den Ritualen des Jazz, dass die Alt-Stars der Szene die Newcomer unter ihre Fittiche nehmen. Denn kaum etwas ist wichtiger als die Liste der Großen, mit denen schon gespielt wurde. Oftmals hat dies zu huldvollen Verehrungen des Nachwuchses an die Legenden der Zunft geführt. Nicht so bei der Produktion >Tigrib< des deutschen Thorsten-Klentze-Quartetts, das sich mit Charlie Mariano, dem >elder jazz statesman< und langjährigen amerikanischen Mentor des deutschen Jazz schmückt. Charlie Marianos unnachahmlich lyrisch, sanfter, wie ekstatisch jubilierender Altsaxophon-Ton ist alles andere als nur das melodische Zugpferd einer neuen und noch unbekannten Formation. Die schier unbegrenzte Melodik des Alten entfaltet sich erst richtig auf dem Boden eines unverfälscht eigenständigen musikalischen Ausdrucks der drei jungen deutschen Kollegen. Gitarrist Thorsten Klentze beherrscht die ganze Breite der akustischen Jazzgitarre und kann die swingende Joe Pass-Passagen ebenso einfließen lassen wie das folkloristische Feuer des Flamenco oder die lyrische Zurückhaltung der klassischen Gitarrenschule. Die Rolle des Bassisten füllt der Cellist Jost H. Hecker aus, als Mitglied des Modern String Quartet geübter Grenzgänger zwischen improvisatorischer Ausgelassenheit und der formalen Strenge des Streichquartetts. Seine rhythmisch, wie melodisch extrem pointierten Basslinien korrelieren wie ein Spiel von Licht und Schatten mit der Perkussionsarbeit der Schlagzeugerin Marika Falk, die mit orientalischen Dombaks, afrikanischen Talking Drums und karibischen Cachons die ganze Welt hereinholt. Eine Produktion, von der alle profitiert haben. Denn Mariano hatte durch seine Bereitschaft allüberall einzuspringen, Profil verloren und Beliebigkeit ge- wonnen. Nicht so auf >Tigrib<, von der jetzt der Hörer profitieren darf.
Geseko von Lüpke

Als -neue CD- des Thorsten-Klentze-Quartett angekündigt, wird das Debüt des Münchners, und das liest sich wie >Neues< von alten Bekannten. Fehlanzeige: Gitarrist Klentze, der laut Repertoire in seinen durchweg selbst geschriebenen Stücken ein besonderes Faible für Philip Catherine und Jim Hall hat, ist - und da helfen ihm auch Tausendsassa Mariano & Co nicht so arg viel - ein exemplarisches Beispiel dafür, wie leicht es heute ist, eine Platte in den inflationären Dschungel eines saturierten Marktes zu mogeln. Da verliert sich leicht die Übersicht. Und: sie fällt nicht auf. Und so schleppt sich also ein gottlob bescheidener Leader durch zwölf blasse, konturlose Eigenwerke, zupft mal elektrisch, mal akustisch und ist, bei aller obwaltenden Ökonomie, doch ein betrüblicher Fall von vor allem handwerklicher Selbstüberschätzung. Was er an redlichen Gefühlen, an Sensibilität mitbringt, reicht nur leider nicht aus. Es plätschert dahin, lehnt sich mal Hilfe suchend an den einen oder anderen Großen an. >Die Hall-Hommage< gehört tatsächlich noch zu den besseren Leistungen, derweil die Catherine Widmung eine lupenreine Peinlichkeit ist und dümpelt den Rest der 52 Minuten profillos vor sich hin. Ich versteh´s nicht: Warum um Gottes und der Gitarre willen leisten junge Herren a la Klentze sich nicht 4 – 5 Jahre mehr Arbeit an sich selber und mehr Qualität in der Selbsteinschätzung.
a-tz

Der Gitarrist Thorsten Klentze hat eine sehr spezielle Besetzung für sein Quartett zusammengestellt: Jost H. Hecker, Cello, Marika Falk bedient Percussion-Instrumente und Jazz-Legende Charlie Mariano bläst Alt- und Sopran-Saxophone, sowie Flöte. Klentze selbst hat einen eigenwilligen, per- kussiven, oft dreckigen Acoustic-Sound, der kammermusikalische Idylle verhindert und Schönklang erst gar nicht aufkommen läßt. Vielmehr schwingt hier immer eine sehr ungelenke Traurigkeit und Schwere mit, von der Atmophäre her wird man oft an Musik aus den Balkanländern erinnert. Aber in manchen Nummern zeigt sich dann auch architektonische Cool-Jazz-Stimmung mit etwas Aufbruchsgeist. Besonders schön: Im booklet der selbstproduzierten CD >Tigrib< findet man Leadsheet-Notationen der Themen. Ausgefallen!

TIGRIB (KONNEX 5084)
Das Quartett des Gitarristen Thorsten Klentze zeichnet eine eigenwillige Instrumentation aus: keine pulsgebende Rhythmussektion aus Schlagzeug und Bass, statt dessen exotische Perkussionsinstrumente wie Talking Drum und Cello, letzteres sowohl seine lyrische wie tonangebenden Möglichkeiten nutzend. Thorsten Klentze ist ein hervorragender elektrischer und akustischer Gitarrist in der Schule von Philip Catherine, John Mc Laughlin und auch Jim Hall, welchem ein Stück gewidmet ist. Und mit dabei ist Charlie Mariano, der grosse Vertreter von kulturübergreifender Musik, basierend auf Jazz. 'Tigrib' ist eine wunderschöne Veröffentlichung, deren Stücke impressionistische Stimmungen entwickeln, eine kammermusikalische Jazzmusizierweise, die nicht nur auf abendländischer Musik basiert und die Kulturen anderer Ethnien einfliessen lässt. Eine gelungene Cross Over-Produktion, mit einer unverkennbaren eigenen Ausstrahlung.

Gitarren-Jazz Gitarrist Thorsten Klentze sucht mit spärlich instrumentierten Titeln nach einem anderen Klangbild. Cello, Perkussion und der Sax, Charlie Mariano blies seit langem nicht mehr so emotional, verschlingen sich mit relaxt gepickten Gitarrensaiten. Der Bayer umschifft den ranzigen Kammerjazz-Topf, den säuerlichen Esotherik-Napf und den abgestandenen Weltmusik-Brunnen, um seinen eigenen ästhetischen Ozean zu finden.
Reinhard Köchl

Auch wenn das Aufeinandertreffen von ethnischer Musik und Jazz heutzutage nichts Neues mehr darstellt, so kann die Fusion unterschiedlicher Stilistiken und Traditionen trotzdem spannend sein. So auch bei der CD >Tigrib< des Quartetts um den Gitarristen Thorsten Klentze, der sich dafür den Saxophonisten Charlie Mariano ins Studio eingeladen hat. Und hierauf gelingt es allen beteiligten Musikern, die Grenzen zu transzendieren, um zu einer homogenen Synthese aus orientalischer Vierteltönigkeit und Rhythmuspatterns mit swingend phrasierter Melodik und Harmonik zu gelangen.
Konnex, 030/4911629

Bereicherung. Die Informationen im Booklet sind leider mehr als spärlich. Dafür sind in fast mikroskopischer Größe die Noten aller neun Stücke abgedruckt, die das Programm der CD mit dem Titel >Tigrib< von Thorsten-Klentze-Quartett bilden.
Nun kann sich jeder selbst fragen, ob man den Gitarristen Thorsten Klentze kennen sollte oder unbedingt kennenlernen muß. Wer jetzt herumrätselt, für den hält die CD einen fetten Bonus bereit, der diesem Silberling vorab Format gibt oder dem Hörer ein Aha entlocken wird: Feat. Charlie Mariano, Jost H. Hecker, Marika Falk steht auf dem Titel drauf, und schon läßt sich der Kenner von den schwebenden Klängen des grauhaarigen Bläsers Mariano gefangen nehmen, den Klentze für sein zweifellos ungewöhnliches Projekt mit Gitarre, Cello, Percussion und eben jenem Saxophon-Flöten Virtuosen gewinnen konnte. Die Besetzung lässt eine Vielzahl raffinierter Klangkombinationen mit den Instrumenten zu, hält interessantes Futter für originelle Arrangements bereit und gibt darüber hinaus jedem Spieler einen breiten Raum für Kreativität und Improvisation. Dominant ist, was insbesondere die Improvisationsfreiräume anbelangt, Mariano nicht nur als Bläser und Front-Musiker, sondern als Persönlichkeit, als Charakterkopf sozusagen. In seinem fantasievollen Impro- visationsaufbau entsteht dann auch meist der Drive, der diese Platte lebendig macht. Aber auch Klentze, der mal akustische, meist aber elektrische Gitarre spielt, hält mit seinen Themen-Präsentationen oder freien Einlagen das Niveau hoch, bleibt hingegen bei den Parts anderer Musiker, ein sehr schönes und ausgebreitetes Cello-Solo in dem Stück >Autumn Ballad< mit dezent unter- legten Gitarrenharmonien zurück und begleitet geschmackvoll. Auf dieser Platte gibt es keine Jazzstandards; alle Nummern stammen aus Klentzes Feder, der mit diesen Arbeiten und Grundlagen für die Improvisationen viel Geschmack und Stilsicherheit zeigt. Klentzes Gitarrenspiel zeichnet sich hauptsächlich im Solo durch single lines aus, die allerdings nur selten den Vergleich mit Marianos schier endlosem Spielfluß standhalten, aber keinesfalls Kritik befürchten müssen. Rundum ist Klentzes Platte ein erfreuliches Produkt, das durch das abwechslungsreiche Programm, die Spielfreude der Musiker, die fantasievollen Interpretationen und Arrangement >Wer schrieb sie?< eine Bereicherung in der deutschen Jazzlandschaft ist.

TIGRIB (KONNEX 5084)
Das Quartett des Gitarristen Thorsten Klentze zeichnet eine eigenwillige Instrumentation aus: keine pulsgebende Rhythmussektion aus Schlagzeug und Bass, statt dessen exotische Perkussionsinstrumente wie Talking Drum und Cello, letzteres sowohl seine lyrische wie tonangebenden Möglichkeiten nutzend. Thorsten Klentze ist ein hervorragender elektrischer und akustischer Gitarrist in der Schule von Philip Catherine, John Mc Laughlin und auch Jim Hall, welchem ein Stück gewidmet ist. Und mit dabei ist Charlie Mariano, der grosse Vertreter von kulturübergreifender Musik, basierend auf Jazz. 'Tigrib' ist eine wunderschöne Veröffentlichung, deren Stücke impressionistische Stimmungen entwickeln, eine kammermusikalische Jazzmusizierweise, die nicht nur auf abendländischer Musik basiert und die Kulturen anderer Ethnien einfliessen lässt. Eine gelungene Cross Over-Produktion, mit einer unverkennbaren eigenen Ausstrahlung.
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