Presse & Kritiken     "LATE"
 

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Trio Thorsten Klentze, Roger Jannotta, David Friedman.

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1. Taktvoll: Den Blues >Is Mingus online?< widmet Klentze seinem Idol Charles Mingus. Der Münchner Gitarrist bildet mit dem Multi-Instrumentalisten Roger Jannotta , Oboe, Flöte, Bass-Klarinette, Saxophon und David Friedman am Vibraphon ein taktvolles Trio, das sich irgendwo zwischen Kammermusik und Jazz bewegt.

2. Thorsten Klentze. Der Mann hat einen klaren Kopf und eine heimliche Gypsy-Seele. Er bringt der Münchner Gitarrenjugend geduldig die elementaren Schlagrhythmen und Zupftechniken seines Instruments bei, aber dann geht er hin und improvisiert ganz unberechenbare Melodie-Linien, die an den wärmenden, freien Klang eines Philip Catherine erinnern. In Roger Jannotta, einst schon in der Hamel-Formation > Between< für wechselnde Bläserfarben zuständig, und David Friedman, dem renommierten Vibrafon-Professor, fand der Gitarrist Thorsten Klentze zwei Wahlverwandte für seine Trio-Musik von kühl-heißer Intimität. Auf seiner neuen CD >Late< überwiegen die Balladen: klug und klar fixierte Pastiches mit ungeraden und wechselnden Metren, die den Solisten unerbittlich das Sicherheitsnetz entziehen. Man hört es, und kann es im Booklet nachlesen: Jedes der Stücke hat und erzählt seine eigene Geschichte und wächst dabei aus einem ruhenden Kern mit sanfter Konsequenz hinaus ins Weite. Jannottas mal kammermusikalische, mal jazzige Beiträge auf Saxophonen, Flöte, Oboe und Bassklarinette, Friedmans melodische Sicherheit an den vier Klöppeln und Klentzes individuelle Stücke und Saiten-Soli ergeben eine Mixtur von rarer Würze. Über das konzeptionelle Vorbild, Tom van der Gelds Trioplatte >Path< von 1979, ebenfalls mit Jannotta, triumphiert die CD >Late< durch ihre gelöste, zeitlose Strenge. Hier wird Musik gemacht um der Musik willen.
Hans-Jürgen Schaal.

3. Meister der Jazz-Lyrik, Thorsten Klentze. Manchmal gibt es sie wirklich, die Schlüsselerlebnisse, die die Weichen des Lebens stellen. Bei dem Gilchinger Gitarristen Thorsten Klentze war es ein Konzert des Jazz-Geigers, Zbigniev Seifert anno 1978, bei dem der belgische Gitarrist Philip Catherine und der US-Saxofonist Charlie Mariano, bis heute auch ein Fixstern der deutschen Jazzszene, mitwirkten.
Vergessen waren die Zeiten als Straßenmusiker ebenso wie die Banklehre, der Jazz hatte Klentze gepackt. Der Autodidakt nahm nun Stunden bei Michael Sagmeister, Peter Wölpl und eben Philip Catherine und lernte weiter, indem er selbst Gitarrenlehrer wurde. Dank seiner Beharrlichkeit, die ihn auch Frustphasen überstehen ließ und einer ihm eigenen Gründlichkeit hat Klentze inzwischen einen unverwechselbaren Stil entwickelt: Mit seiner selbst entwickelten Lagentechnik kann Klentze viele Tonarten spielen, ohne rutschen zu müssen. Zusammen mit dem vom Pariser Gitarrenbauer Jean-Pierre Favino gebauten und selbst verfeinerten, und von edlen Spendern gesponserten, Instrument, das sich durch einen bluesigen Ton und eine extreme Dynamik auszeichnet, ergibt das einen ungemein relaxten Sound, in den sich harmonische Feinheiten und atemberaubende Läufe en masse einspeisen.
Ebenso gründlich wie mit der Technik hat sich Klentze mit harmonischen Analysen befasst. Und auch da erinnert das Ergebnis an das große Vorbild Philip Catherine: Oft aus nur ein, zwei neu entdeckten harmonischen Verbin- dungen entwickeln sich groß angelegte, lyrische Meisterwerke. Einige davon waren schon 1998 in einem hervorragend besetzten Quartett auf der CD >Tigrib< zu hören, einem der schönsten Alben der vergangenen Jahre.
Nicht minder exquisit ist die neue CD >Late<- geraten Im Trio mit dem Saxophonisten Roger Jannotta, der schon bei den vorherigen Projekten mit von der Partie war, und dem Vibraphon-Veteranen David Friedman ist wieder alles zu genießen, was Klentzes Spiel ausmacht. Dazu gehört auch das vorbildliche Vertrauen in die Mitstreiter. So überlässt er Friedman etwa den sagenhaft schönen Opener >Penta e Uno< und Jannotta an Saxofon, Oboe oder Querflöte mehr als einmal die melodische Hauptrolle. Ob sich das Trio nun einen von Charlie Mingus inspirierten Blues vornimmt, eine rhythmisch vertrackte Baßfigur >Pathos Espreß<, eine fast rockige Ballade >Vander´s Tale< oder die Vertonung eines Gedichtes, stets sind Klentzes Kompositionen klischeefrei, neuartig, überlegt und klangmalerisch. Ein Album aus einem Guß.
Oliver Hochkeppel

4. Pastellfarbene Klangbilder: ungetrübter Hörgenuß mit Thorsten Klentze. Zwei Instrumente versprechen schwebende und tänzerische Leichtigkeit, ein drittes sorgt für erdige Bodenhaftung. Klentzes Gitarre und Friedmans Vibraphon zeichnen gemeinsam mit Jannottas Baßklarinette und Saxophon pastellfarbene Klangbilder von zeitloser Schönheit. <Penta e Uno< aus Friedmans Feder ist als Intro in die CD >Late< eine Offenbarung, die Klentze-Komposition >Engelsfedern auf Teer und Teufel< eine passende Fortführung dieses Gedankens.
Schon auf seiner ersten CD >Tigrib< mit dem Saxophonisten Charlie Mariano huldigte der Münchner Gitarrist dem Prinzip der reinen Ästhetik. Er erschafft kammermusikalische Preziosen mit meditativem Charakter, Akkorde sind wie Perlen auf Schnüre aufgereiht, und das Spiel treibt auf >Tigrib< dank groovender Perkussionskunst spannungsreich voran.
Auf >Late< verzichtet Klentze auf Bass und Schlagzeug. Hier leben die Stücke von einer inneren Motorik. In die näselnd-singende Linie der Oboe ist ein perlender Gitarrenlauf eingebettet. Doch die Musik wirkt trotz dieser immanenten Spannung entspannt. Die Stücke sind klar strukturiert und transparent. Selbst in schnelleren und teilweise freien Themen wie >Pathos Expreß< bleibt der Eindruck von Leichtigkeit und Helligkeit erhalten.
Mancher mag die Abgeklärtheit konventionell nennen, sie beschert dennoch ungetrübt Hörgenuß. Thorsten Klentze, Roger Jannotta, David Friedman.

5. Thorsten Klentze darf sich geehrt fühlen, daß David Friedman, einer der weltbesten Vibraphonisten mit ihm musiziert. Aber Friedman, ein alter Hase, was kammermusikalische Besetzungen angeht, ist eben auch die erste Wahl für ein Konzept, wie es Klentze für dieses Album vorschwebte: Das zartschwebende Vibrafon als verbindendes Element zwischen seinem leicht schwebenden djangoesken akustischen Gitarrenspiel und Roger Jannottas an PaulMc.Candless erinnernde Expertise auf diversen Holzblasinstrumenten. Da seine beiden Mitspieler das Geschehen klangfarblich dominieren, gewinnt Klentze, außer bei den solistischen Einleitungen, sein Profil hauptsächlich durch die acht eigenen Kompositionen, die er zu diesem eher verhaltenen, überaus geschmackvoll realisierten Projekt beisteuerte. Ohne Rhythmusgruppe klingt alles ein wenig nachdenklicher.
Mk

6. Wenn es im Leben gerecht zugehen würde, dann wäre Thorsten Klentze nicht nur Insidern ein Begriff. Der Gitarrist hat schon 1998 mit >Tigrib< eines der schönsten Alben der vergangenen Jahre vorgelegt. Nicht minder erlesen ist der Klang der neuen CD >Late< . Im Trio mit Roger Jannotta und David Friedman hat Klentze hier erneut ein ganz unprätentiöses, lyrischen Meisterwerk eingespielt. Er lässt seine Mitstreiter an der langen Leine und überlässt Friedman den Opener mit dem sagenhaft schönen <Penta e Uno< und bekommt dafür grandiose Einfälle und Beiträge zurück. Er selbst stellt auf seinem vom Pariser Gitarrenbauer Jean Pierre Favino gebauten Instrument atemberaubende Läufe oder relaxte Pickings in den Raum, und dieselbe in langen Jahren erworbene Souveränität zeichnen auch die Kompositionen aus. Oft meint man das erklärte Vorbild Philip Catherine herauszuhören, das Klentze mit diesem Album durchaus erreicht hat. Es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn der Mann aus Gilching bei München dafür nicht manchen Lorbeer einheimsen würde.
Oliver Hochkeppel

7. Late. Thorsten Klentze, Roger Jannotta, David Friedman.
Da hat der deutsche Gitarrist Thorsten Klentze eine sehr stimmungsvolle CD zusammengestellt. Ganz ohne Bass und Schlagzeug, in der aparten Besetzung mit akustischer Gitarre, Vibraphon und den diversesten Sorten von Blasinstrumenten durch elf Eigenkompositionen, von denen die meisten von Thorsten Klentze selbst stammen. Seine Zusammenarbeit mit Roger Jannotta stammt noch vom Vorgängerprojekt >Mariano<. Der Multi-Instrumentalist, zu dessen Sammlung nicht nur Alt- und Sopransax, sondern auch noch Bassklarinette, Flöte und Oboe gehört, ist ein farbenreicher Erzähler und ein textreicher Solist, der ebenso gut als Begleiter fungieren kann. Zu Klentzes hervorragend klingender akustischer Gitarre gesellt sich noch David Friedman mit seinem Vibraphon. Schon immer war Klentze ein großer Fan dieses Instruments und hat davon geträumt, einmal zusammen mit Vibraphon aufzunehmen. David Friedman paßt ideal zum Zusammenspiel von Klentze und Jannotta. Er zeigt sich ebenfalls als rhythmussicherer, groovender Begleiter und verwendet als Solist das ganz Spektrum von sparsam bis hin zu quirlig. Auffälltig sind die vielen schrägen Taktarten, die >odd meters< in Klentzes Kompositionen. Sie wirken nie gekünstelt.
top Angela Bode


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