Presse & Kritiken     "FISHERMAN'S BREAK"
 

AhoiFISHERMAN´S BREAK
THORSTEN KLENTZE QUARTETT
Edition Collage EC 450-2

Wenn die Gewürze richtig gewürzt sind, dann kann auch eine gemischte Platte aus verschiedenen Musikkulturen schmecken. In diesem Sinne ist die Debut-CD des 1956 geborenen Gitarristen Thorsten Klentze gelungen und verspricht gutes für die Zukunft. Der lyrische Modern Jazz, den Klentze mit seinem Quartett präsentiert, ist melodisch, eingängig, swingt hervorragend und besitzt Eigenständigkeit: ein bißchen New Age, ein bißchen Klezmer, ein bißchen Bebop und ein paar neue Ideen ergeben reizvolle Sounds, die intelligent aufbereitet werden.
„Wogen“ ist so ein Thema, in dem vor dem gestrichenen Baß Intensitätswellen themengerecht auf- und abschwingen. „Oriental Spices“ erinnert mit dem intensiven Klarinettenspiel und den treibenden Temposteigerungen an die jüdische Klezmertradition. Gleiches gilt für das Stück „Fisherman`s Dance“. Wolfgang Wahl ist in einigen Stücken auf der Klarinette und dem Saxophon stärker als sein Partner an der Gitarre, Gary Todd zupft und streicht faszinierend den Baß und Michael Keul verdient für sein ökonomisches Schlagzeugspiel fernab jeglicher aufdringlicher Akrobatik besonderes Lob.
„Wogen“ könnte an Straffung gewinnen, „Schwirbel“ besticht als bestes Stück durch die sensiblen Duos vor den ostinaten Rhythmusfiguren. Vor allem aber zeichnen sich Klentzes Kompositionen eben durch ihre Klangfarben aus.
(Klaus Mümpfer) Jazzpodium 12/92

FISHERMAN´S BREAK
Edition Collage EC 450-2

Im Fall des Münchner Duos „Fisherman`s Break“ gehört das Adjektiv „lyrisch!“ für die Konzertkritiker schon zum Standardwortschatz. Auch auf ihrer nun vorliegenden Debutplatte gibt sich die Gruppe keine besondere Mühe, aus dieser Schublade zu entwischen. Dabei haben es Thorsten Klentze und Wolfgang Wahl, die sich fürs Studiowerk zum Quartett erweiterten, nicht nötig, sich dem platten Wort zu fügen. Trotzdem versprechen sie dem Hörer auf der Cover-Innenseite „lyrical modern jazz“.
Drei Knüller zieren die Scheibe, allesamt Bestandteil des Repertoires der „Fischer“. In „Traum“ beweist sich Bandleader Klentze als erstklassiger Melodienschreiber. Es entspinnen sich Melodiefolgen von einer Intensität, wie sie im modernen Jazz eher aus der Mode gekommen sind. Geradezu programmusikalisch wird der Titel verarbeitet. Die Brücke von E-Musik zum Jazz gelingt. Der Weg wird sogar, wie auch bei anderen Titeln, ein ganzes Stück weit vom Jazz weggegangen. „Sweet Blue“ ist ähnlich, hebt sich jedoch durch die erfahrene Hand des 48jährigen Bassisten Gary Todd deutlich ab. Der Mann steuert unglaublich melodiöse Soli bei, die auch ein wenig den trockenen Puristen in ihm verraten.
Der Höhepunkt des Albums mißt die Winzigkeit von nicht einmal 2 Minuten. „Fisherman`s Dance“ ist angesichts der Dichte und Klarheit des verarbeiteten Materials ein kleiner Wahnsinn. Wilde Gitarrenakkorde begleiten eine sich befreiend nach oben schraubende Klarinettenmelodie. Der Fischer hat für zwei Minuten keine Lust mehr, Netze zu flicken – und tanzt.
Neben diesem Kleinod verblassen jedoch die übrigen Titel. „Wogen“, eigendlich ein Eckpfeiler des Live-Lebens der Gruppe, hat durch die Perfektion der Studioaufnahme merklich gelitten. Nicht zuletzt die schwammige Abmischung des Schlagzeuges läßt die live so eindrucksvoll an- und abschwellenden Wellen kraftlos umherschwappen.
Zum Schaden ihres Werkes haben „Fisherman`s Break“ die Improvisation, auch bei den restlichen Stücken, oft bis an die Grenze der Verdaulichkeit reduziert und durch allzu makellose Arrangements ersetzt. Dennoch ist ihr Debut, zumindest passagenweise, für echte Träumer unentbehrlich. Denn es sit – und da wären wir nun doch dort, wo wir eigentlich nicht hinwollten – ausgesprochen „lyrisch“.
(Gregor Dolak) Jazz-Zeitung

“FISHERMAN´S BREAK“
Edition Collage EC 450-2

Vor zwölf Jahren hab ich Thorsten Klentze als klampfenden Freak in der Palestrinastr. zuletzt gesehen – jetzt kratz ich mich am Ohr und denk: „Hoppla, `ne Platte !“ Wer spielt gegen wen? Michael Keul trommelt mit Es Ass und Bass von Gary Todd, und der wiederum streichelt und zupft den Wolfgang Wahl, um den mit Klentzes Seiten einzuwickeln. Der 35jährige Ausnahmegitarrist von der Waterkant und der etwas jüngere Wolfgang Wahl bilden schon mehrere Jahre das „Fisherman`s Break Jazz Duo“, und der hat bei dem und mit dem und gegen die und jene und der Bruder des Schwagers wiederum hat bei EMI, - „Was, – die ARIOLA hat den Vertrag nicht verlängert ? – Na sowas, wosammerdenn ? “
Klentze klingt, abgesehen davon, daß es wie Klentze klingt, wie ein Nordseebrunch an einem sonnigen Februartag mit Robert Fripp und Philip Catherine. „Sie wissen, was ich meine ?“
Da wogen trocken die SingleNot, und Unisone in Van Gogh`sche Sonnenblumenfelder – Wahl klezmert Klari nett con arco (wenn Peter Trunk das hören könnte !!)
Die liebenswerte DiletTante Webster und Hermann Hawkins trinken Tee auf der BaLust rade und ziehen augenbraun Grimassen (soll man da deutlicher werden ?)
Als Klammer fusioniert dann die Gischt mit dem Zeitgeist, was nicht heißt, der Geist sei an und in seiner Zeit –schade.
Da capo al fine – ein sympathisches, weil herzliches Statement mit dennoch angenehmen Kanten, und das in 40 Minuten – fast eine Halbzeit Europacup.
(Roland H.Biswurm) Jazzpodium 7/8/93


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