Konzert Kritik     "Zeitung Trostberg"
 
Ungebremste Spielfreude

Thorsten-Klentze-Quartett mit ungewöhnlicher Besetzung.

Jazz-Band-
Trostberg. Zugegeben, es war nicht gerade die gewöhnliche und klassische Jazzband-Besetzung, die da die Bühne im Postsaal-Gewölbe enterte, das Thorsten-Klentze-Quartett, um Thorsten Klentze, Gitarre, Roger Jannotta, Saxophon, Bassklarinette, Querflöte, Jost Hecker, Cello und Marika Falk, Percussion.
Aber ob gewöhnlich oder nicht, das Quartett schaffte es, dem Publikum einen äußerst unterhaltsamen Abend zu bereiten.
Den vier Musikern machte es sichtlich Spaß, miteinander zu spielen, trotz des etwas geringen Publikumszuspruchs. Schade, daß das Thorsten-Klentze-Quartett nur etwa 40 Zuschauern ihr Können zeigen konnte.
Es war nicht immer leichte Kost, die Klentze & Co im Gewölbe präsentierten, doch tut es auch einmal gut, ein Jazz-Konzert zu genießen, in dem nicht pausenlos Altbekanntes abgenudelt wird.
Der mit dem Untertitel >Klangästhetik zwischen Jazz und Klassik< versehene Auftritt bot neben etwas leiseren Tönen auch reichlich furiose Sequenzen. Man nehme beispielsweise das Stück >Bremsflüssigkeit< aus dem Liederzyklus >Rund ums Auto<. Bei diesem Instrumental traten die vier Musiker alles andere als auf die Bremse. Da ging´s lebendig, teilweise schon wild her.
Doch auch bei den anderen Liedern des Abends wie >Call It A Day< oder >Good To See You< merkten die Zuschauer, dass keiner der Musiker sein Instrument erst seit gestern beherrscht. Thorsten Klentze machte zumeist einen äußerst konzentrierten Eindruck, während er seiner Gitarre einmal zarte, dann wieder härtere Töne entlockte. Roger Jannotta aus Albuquerque, der bereits bei den Münchner Kammerspielen bei einigen Projekten mitgewirkt hat, faszinierte durch die Leichtigkeit, mit der er seine Instrumente wechselte. Jost Hecker, Gründungsmitglied des Modern Jazz Quartet, hatte streckenweise mystisch anmutende Klänge auf seinem Cello parat und die Ungarin Marika Falk bestach durch ihre Präzision und Fingerfertigkeit, mit der sie Percussion-Instrumente aller Art handhabte.
Während der ersten Hälfte des Konzertabends wirkten die Musiker teilweise noch etwas gehemmt, in der zweiten Hälfte zog das Thorsten-Klentze-Quartett jedoch alle Register seines Könnens. Alles in allem ein feines und kurzweiliges Konzert, das viel Spaß gemacht hat, sowohl den Zuschauern als auch den Musikern. Falk

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