Konzert Kritik     "Süddeutsche Zeitung"
 
Mystische Tricks

Klentze – Quartett verknüpft Klassik und Jazzfeeling.

Das Thorsten–Klentze–Quartett zeigte eine extravagante Facette des Jazz in der Schwesternkapelle des Klosters. Konzertant gesetzt, präsentierte das Quartett seine Stücke, verband in den Arrangements klassische Elemente mit gut dosierten Portionen Jazzfeeling.
Thorsten Klentze hatte den feinfühlig musizierenden Multiinstrumentalisten Roger Jannotta, Saxophon und Querflöte, den Cellisten Jost-H. Hecker und vor allem Marika Falk als Percussionistin zur Seite. Schon der Auftakt bewies die kopflastige, dennoch gefühlvolle Kompositionsarbeit des Gitarristen Thorsten Klentze. Was mit mystischen, tiefen Cello-Lauten begann, entwickelte sich zu einem leicht orientalisch anmutenden Melodiengerüst. Vor allem die metrisch exakten, wuchtig tönenden Trommelklänge Falks gaben den Nummern ihre jazzige Couleur. Auch Hecker zeigte, wie vielseitig er sein sensibles Instrument im Jazz einsetzen kann. Er behandelte sein Cello meist wie einen Kontrabaß und entlockte ihm prächtige Soli.
Ein fein abgestimmter Klangteppich ertönte, der im hinteren Teil der Kapelle besonders gut zu hören war. Das Quartett verzichtete weitgehend auf Effekte, das stets wechselnde Instrumentarium von Bläser Jannotta und Percussionistin Falk machten dies sowieso unnötig. Nur Thorsten Klentze setzte dezent kleine Tricks ein: Etwa bei >A Real Love affair<, das er seinem Musiker-Kollegen Philip Catherine gewidmet hat: Die Echomaschine zauberte seine Gitarren- themen repetierend in den Hintergrund der leicht hallenden Kapelle. Zusammen mit dem Saxophonisten Jannotta stimmte er unisono das Thema an, bevor Hecker Kontrabaß typische Walking Baß-Läufe zupfte und Falk schließlich zum beeindruckenden Trommel-Solo ansetzte. Spielwitz zeigten die vier Musiker in >Temptation<-, einer Komposition, in der das Thema chromatisch alteriert wird. Den Bossa-Groove beherrscht Hecker ebenso wie Flageolett-Passagen, in die Klentze mit der Gitarre sanft einsetzt.
Sehr hohes Jazz-Niveau in der Schwestern-Kapelle, die nur halb gefüllt war.
Thomas Kapfer

mailto: info@klentze.de